Die Sozialversicherungsnummer (oft auch Sozialversicherungs-ID oder -Kennziffer genannt) spielt in vielen Ländern eine zentrale Rolle in der Verwaltung staatlicher Sozialleistungen und der Identifikation von Bürgern im Sozialversicherungssystem. Doch obwohl viele Länder ein ähnliches Ziel verfolgen – die eindeutige Zuordnung einer Person zu Sozialversicherungsdaten –, unterscheidet sich die konkrete Umsetzung von Staat zu Staat deutlich.
In der Schweiz wird die Sozialversicherungsnummer als AHV-Nummer (Alters- und Hinterlassenenversicherung) bezeichnet. Sie besteht aus 13 Ziffern im Format 756.XXXX.XXXX.XX – wobei „756“ die Länderkennung für die Schweiz ist.
Sie wird bei allen Sozialversicherungsleistungen verwendet: AHV, IV, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Pensionskasse. Seit 2008 ist die AHV-Nummer eine lebenslang gültige Personenkennzahl, auch über den Beruf hinaus. Sie wird inzwischen auch im Gesundheitswesen und in der Verwaltung genutzt.
In Frankreich nennt sich die Sozialversicherungsnummer NIR (Numéro d'inscription au répertoire), oft auch Numéro de Sécurité Sociale genannt. Sie besteht aus 15 Ziffern und enthält verschlüsselte Informationen zur Person.
Aufbau: z. B. 1 84 12 75 123 456 78
1 = männlich (2 für weiblich)
84 = Geburtsjahr (1984)
12 = Geburtsmonat
75 = Département (z. B. Paris)
Rest = Seriennummer, Prüfziffer
Sie wird für medizinische Leistungen, Rentenversicherung und Arbeitslosenhilfe verwendet und wird bei fast jedem Kontakt mit der Sozialversicherung abgefragt.
In Deutschland gibt es mehrere Identifikationsnummern, aber die Rentenversicherungsnummer (RVNR) ist im Bereich der Sozialversicherung entscheidend. Sie besteht aus 12 Zeichen im Format 12 345678 A 123.
Sie wird bei Anmeldung zur gesetzlichen Rentenversicherung vergeben, bleibt ein Leben lang gleich und dient nicht als übergreifende Personenkennziffer – dafür gibt es zusätzlich die Steuer-ID und Krankenversichertennummern. Sie wird bei Meldungen zur Sozialversicherung, Rentenansprüchen und Lohnabrechnung verwendet.
Die klassische Sozialversicherungsnummer in Österreich basiert auf dem Geburtsdatum plus einer vierstelligen Ergänzungsziffer (z. B. 1234567890). Seit 2014 wird zusätzlich eine bereichsspezifische Personenkennzahl (bPK) verwendet. Sozialversicherungsnummer bleibt für die Sozialversicherung relevant (Kranken-, Unfall-, Pensionsversicherung).
Die bPK ermöglicht eine sichere sektorübergreifende Verwendung in Behörden, ohne den Datenschutz zu gefährden.
In Italien spielt der sogenannte Codice Fiscale (Steuernummer) eine zentrale Rolle. Obwohl sie in erster Linie eine Steueridentifikationsnummer ist, wird sie auch im Sozial- und Gesundheitswesen verwendet.
Aufbau: Alphanumerischer Code mit 16 Zeichen – enthält Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Geburtsort in verschlüsselter Form.
Die Nummer wird bei medizinischen Leistungen (z. B. Tessera Sanitaria – die Gesundheitskarte), für Rentenansprüche, Arbeitsverträge, Steuern und viele alltägliche Verwaltungsakte benötigt.
Die Social Security Number (SSN) ist in den USA eine zentrale Personenkennziffer, obwohl sie ursprünglich nur für die Rentenversicherung gedacht war. Sie besteht aus neun Ziffern im Format XXX-XX-XXXX.
Die Identifikationsnummer wird für Steuern, Gesundheitswesen, Banken, Kredite, Studienfinanzierung und vieles mehr verwendet. Sie ist ein de-facto-Ausweis, Missbrauchsgefahr ist daher hoch und sie ist häufiges Ziel von Identitätsdiebstahl.